9/25/2014

Nom nom Zwetschgenkuchen

Nachdem ich mich immer etwas in Trauer hüllen möchte, wenn der Sommer sich mal wieder von mir verabschiedet, und ich ihm am liebsten wie in alten Filmen theatralisch mit einem Stofftaschentuch hinterher winken möchte, gibt es vieles, was mich den Sommer einen guten Mann sein lässt und mich in die warmen, süßen Arme des Herbstes treibt.





Kürbissuppe, verregnete Wochenenden mit Tee und dem Lieblingsfilm im Fernsehen und ja, auch die ersten Lebkuchen, die ich zu dieser Jahreszeit nun so ambitioniert verschlinge, dass ich sie meist schon Ende November nicht mehr sehen kann (und ich fürchte, dieses Jahr wird das noch schneller gehen). Mein Freund stellte vor ein paar Tagen ganz pragmatisch fest, dass diese kleinen Weihnachtsküchlein ja so lange haltbar sind, dass man sie locker das ganze Jahr über essen kann. Aber mal ehrlich: Mit Schokolade überzogene Lebkuchen bei 30°C am See? Nö, so verrückt bin nicht mal ich. Aber jetzt verfranse ich mich mal wieder. Eigentlich wollte ich euch nämlich von meiner kleinen, nicht ganz so geheimen Liaison erzählen, zu der mich jeden Spätsommer bestimmte kleinen Früchtchen verführen, wenn sie mir, in ihren lilafarbenen Mantel gehüllt, ein süßes Küsschen aufdrücken. Und am liebsten habe ich sie in einem warmen Bettchen aus – Teig. Ok, um das mal klarzustellen: hier geht es nur um Zwetschgen, meine Lieben. Und ich LIEBE sie einfach als Kuchen. So, jetzt ist es raus. Und am liebsten ist der kleine Verführer mir ganz pur, ohne störende Streusel. Und genau so kam er bei mir auch vor ein paar Tagen in den Ofen. Da ich aber weiß, dass viele von euch wahre Streusel-Fans sind, gibt's das Rezept natürlich noch on top. Viel Spaß beim Nachbacken und ich hoffe, ich kann eure Leidenschaft ebenfalls wecken!

Zutaten:

500g Mehl
1/2 Würfel Hefe
100g Zucker
1/4 l Milch
1 Prise Salz
100g Butter
1 Ei
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone
1,25kg Zwetschgen
4 EL Paniermehl
1/4 TL Zimt

1. Der Teig wird ein süßer Hefeteig, deswegen fängt man hier mit einem so genannten "Vorteig" an. Dazu gebt ihr zuerst einmal das gesamte Mehl in eine Schüssel und drückt in die Mitte eine Kuhle. Dort hinein bröckelt ihr die Hefe und streut einen Esslöffel des Zuckers darüber.

2. Jetzt erwärmt ihr die Milch in einem kleinen Topf, bis sie lauwarm ist, und gießt die Hälfte davon vorsichtig zur Hefe in die Mehlkuhle. Rührt nun vorsichtig vom Rand her etwa ein Drittel des Mehls in die Milch-Hefe-Mischung. Die Bröckchen der Hefe müssen sich hier nicht ganz auflösen. Jetzt bedeckt ihr die Schüssel mit einem frischen Geschirrhandtuch und lasst den Teig an einem warmen, nicht zugigen Ort etwa 15 Minuten gehen.

3. Danach gebt ihr die Prise Salz, das Ei, 100g Butter in kleinen Stücken, die restliche Milch und die Zitronenschale ebenfalls in die Schüssel und verrührt den Teig mit dem Knethaken eurer Küchenmaschine oder eures Handrührgeräts zu einem festeren Teig, bis dieser sich vom Rand der Schüssel löst. Jetzt deckt ihr die Schüssel mit dem Teig darin noch einmal zu und lasst ihn wie zuvor eine Stunde gehen.

4. In der Zwischenzeit wascht ihr die Zwetschgen und schneiden sie einmal längs von oben nach unten durch. Klappt die Hälften auseinander und nehmt den Stein heraus. Schneidet beide Hälften jetzt noch einmal längs bis zur Hälfte ein, sodass zwei kleine Schlitze entstehen.

5. Streicht das Blech mit Butter aus, rollt den Teig auf einer bemehlten Fläche aus und legt ihn in das Backblech. Mit den Händen drückt ihr ihn dort gleichmäßig flach. Bestreut den Boden mit dem Paniermehl und legt dann in Reihen die Zwetschgen daraus, sodass das Innere nach oben zeigt. Bestreut alles am Ende mit einer Mischung aus dem restlichen Zucker und dem Zimt.

6. Für Streusel vermischt ihr 175g Mehl, 100g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker in einer Schüssel. Zerlasst 100g Butter in einem kleinen Topf und knetet diese unter. Jetzt könnt ihr den Streuselteig über den Kuchen bröseln.

6. Backt ihr den Kuchen bei 200°C 40 Minuten auf mittlerer Stufe.